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 Betreff des Beitrags: Presseerklärung zu Senatsüberlegungen: Teske-Schule als Abkehr von Berliner Bildungspolitik?
BeitragVerfasst: 11. Jul 2017 22:45 

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Die Senatsbildungsverwaltung beabsichtigt zum kommenden Schuljahr bis zu 220
geflüchtete Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren mit geringen schulischen
Vorkenntnissen in sogenannten „Profil-Willkommensklassen“ zu beschulen. Diese
Jugendlichen werden zur Zeit in Willkommensklassen in ihren Bezirken unterrichtet, können
aber aufgrund ihrer mangelnden sprachlichen und fachlichen Kompetenzen noch nicht in den
Regelbetrieb ihrer Schule übergehen.
Die Konzentration dieser Jugendlichen in bis zu 11 speziell gebildeten Klassen im Gebäude
der ehem. Teskeschule soll nach den Vorstellungen der Senatsbildungsverwaltung
besonders gute Bedingungen schaffen, sie auf Schulabschlüsse bzw. den Übergang ins
Regelsystem vorzubereiten. Zugleich wird davon ausgegangen, dass (anders als in
Willkommensklassen) die Frequenz in diesen Lerngruppen auf 20 Schülerinnen und Schüler
erhöht werden kann.
Dies halten wir für pädagogisch falsch und integrationsfeindlich. Die Umsetzung dieses
Konzeptes wäre ein Rückschritt gegenüber den bildungspolitischen Reformbemühungen die
Berlin in den letzten Jahren im Bereich der Inklusion erfolgreich bewältigt hat. Wir stellen an
die Verantwortlichen im Senat und im Bezirk folgende

Forderungen:

1. Schöneberg hilft e.V. spricht sich gegen die geplante Konzentration von bis zu
220 geflüchteten Jugendlichen in der ehem. Teske Schule aus und fordert die sofortige
Veröffentlichung und breite Diskussion des hinter diesem Plan stehenden pädagogischen
Konzeptes.

2. Die Senatsbildungsverwaltung wird aufgefordert in Abstimmung mit den Bezirken
nach dezentralen fachlichen und räumlichen Lösungen für die schulische Integration
dieser geflüchteten Jugendlichen zu suchen. In diese Suche nach Alternativen sind auch
erfahrene Jugendhilfeträger und deren Angebote einzubeziehen.

3. Für die beschriebene Zielgruppe („ geringe schulische Vorkenntnisse bzw. fehlende
Alphabetisierung“) sind neue Konzepte zu entwickeln, die Bildungsbegleitung und
Bildungsberatung mit Spracherwerbskonzepten verbinden und Perspektiven für einen
Schulabschluss bzw. andere weiterführende Bildungsgänge wohnortnah verbinden.

4. Für die vom Bezirk angestrebte Nutzung der ehem. Schule als Bildungszentrum ist
unverzüglich ein detailliertes Raum- und Zeitkonzept vorzulegen, das erkennbar macht,
wie die weitere Nutzung des Gebäudes vom Bezirk gedacht ist. Dabei hat der Umbau der
Schule zu einer dringend benötigten Grundschule für uns absoluten Vorrang. Umbaupläne
und Nutzungskonzepte sind mit den dafür vorgesehenen bezirklichen Gremien rechtzeitig zu
diskutieren.

Begründung:

1. Es ist nachvollziehbar, dass geflüchtete Jugendliche zwischen 15 und 17 mit geringen
schulischen Kenntnissen bzw. fehlender Alphabetisierung auch nach einem Jahr in einer
Willkommensklasse selten in den Regelbetrieb wechseln können. In einzelnen Bezirken
hat man daher erfolgreich begonnen, neue Formen der schulischen Integration mit
diesen Jugendlichen zu erproben. Die Bildung temporärer Lerngruppen mit besonderer
Betreuung und speziellen Konzepten kann dabei durchaus ein sinnvoller Zwischenschritt
sein, wenn es zugleich Verzahnungen mit dem Regelschulbetrieb und Kontakten zu
bereits integrierten Gleichaltrigen gibt.

2. Nicht nachvollziehbar ist, dass solche Lerngruppen nun in einem überregionalen Standort
gebündelt werden sollen, der zwar verkehrlich gut erreichbar ist, aber völlig isoliert und
ohne jede Form der Alltagsbegegnung mit anderen, nicht geflüchteten Jugendlichen. Die
Anwesenheit von Musikschulgruppen des Bezirks oder VHS-Angeboten für Erwachsene
ist kein Ersatz für die unverzichtbare Auseinandersetzung und Kontaktnähe zu anderen
Gleichaltrigen. Integration sieht anders aus!

3. Völlig unverständlich ist die Absicht, in diesen sehr heterogenen Lerngruppen mit
besonders hohem Differenzierungsbedarf die Frequenz von 12 (Willkommensklassen)
auf 20 Schülerinnen und Schülern anzuheben.

4. Erforderlich sind pädagogische Konzepte, die den sprachlichen Förderbedarf verbinden
mit Elementen des produktiven Lernens, wie es in Berlin über viele Jahre erfolgreich
entwickelt wurde. Dazu braucht es eine sozialräumliche Anbindung und die Vertiefung
der sozialen Beziehungen zum Wohnumfeld mit vielfältigen Erfahrungsmöglichkeiten und
nicht eine Separierung und faktische Ausgrenzung von Angeboten der Berliner Schule,
die allen anderen zur Verfügung stehen wie z.B. Ganztagsangebote und Sportangebote.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseerklärung zu Senatsüberlegungen: Teske-Schule als Abkehr von Berliner Bildungspolitik?
BeitragVerfasst: 12. Jul 2017 10:14 

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseerklärung zu Senatsüberlegungen: Teske-Schule als Abkehr von Berliner Bildungspolitik?
BeitragVerfasst: 12. Jul 2017 22:44 

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und hier weitere Entwicklungen im Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/sonde ... 53406.html
s. unten

sowie in der Morgenpost, dort auch in der Printausgabe:
https://www.morgenpost.de/berlin/articl ... linge.html

---
"Sonderschule" für Flüchtlinge in Schöneberg: Neue Pläne für Berliner Flüchtlingsschule

Nach starker Kritik am Konzept des Bildungszentrums für Flüchtlinge ist nun von einer "dichteren Verzahnung mit Regelklassen" die Rede.
von Susanne Vieth-Entus

Das klingt nun schon ein bisschen anders: Einen Tag nach massiver Kritik an den Plänen für eine überregionale Flüchtlingsschule hat die Bildungsverwaltung veränderte Optionen für das Gebäude am Tempelhofer Weg ins Spiel gebracht. Begründet wird dies allerdings nicht mit den Risiken einer solchen Segregation, sondern mit der „neuesten“ Zusage des Bezirkes, dass am Standort auch „Regelbeschulung“ möglich sei. Das bisherige Vorhaben werde daher „selbstverständlich überdacht und um Möglichkeiten der noch dichteren Verzahnung mit Regelklassen erweitert“, teilte die Bildungsverwaltung am Mittwoch auf Anfrage mit.
"Keine Kehrtwende"

Das sei aber „keine Kehrtwende“. Wie berichtet, hatte die Verwaltung für das Gebäude der früheren Teske-Schule elf "Willkommens-Profil-Klassen" mit bis zu 20 Schülern angekündigt, die nicht oder kaum alphabetisiert sind oder nur geringe schulische Vorkenntnisse besitzen. Für diese Klassen wurde am 29. Juni mittels Rundmail der Bedarf abgefragt. Der Flüchtlingsrat warnte daher vor einer „Apartheidsschule“, und der Verein „Schöneberg hilft“ vor einer „Sonderschule für Flüchtlinge“. Bildungsexpertin Stefanie Remlinger (Grüne) nannte das Vorhaben „Wahnsinn“, während die Bildungsverwaltung keine Stellung bezog.

Am Mittwoch wurde das nachgeholt: „Im nächsten Schuljahr werden wir voraussichtlich mit vier bis fünf Lerngruppen beginnen, die mit 17 Jugendlichen eingerichtet werden“, teilte Beate Stoffers, die Sprecherin von Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) mit. 20 sei nur die „Höchstfrequenz“.
Fachunterricht und berufliche Orientierung

Auch inhaltlich wurde einiges ergänzt. Es werde nicht nur Fachunterricht geben, sondern auch „berufliche Orientierung“ durch eine Kooperation mit den Oberstufenzentren sowie mit der Arbeitsagentur Süd.

Norbert Gundacker vom örtlichen Personalrat forderte, an der bisherigen Klassenfrequenz der Willkommensklassen mit zwölf Schülern festzuhalten. Zudem votiert er für einen wohnortnahen statt den geplanten überregionalen Einzugsbereich. Integration könne nur gelingen, wenn die Flüchtlinge in bestehenden Schulen unterrichtet würden. Es reiche nicht, „vielleicht zwei Regelklassen“ in die Teske-„Filiale“ auszulagern.

Auf Nachfrage bei Bildungsstadtrat Oliver Schworck (SPD) stellte sich heraus, dass er noch gar nichts von der „neuesten“ Zusage seines Bezirkes wusste, dass am Standort auch „Regelbeschulung“ möglich sei.

Gemeint sei möglicherweise, dass es am Tempelhofer Weg – etwa bei der Berufsorientierung – Kooperationen mit Regelklassen geben könne. Im übrigen solle sich an dem Standort „keiner abgeschoben fühlen“, betonte Schworck.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseerklärung zu Senatsüberlegungen: Teske-Schule als Abkehr von Berliner Bildungspolitik?
BeitragVerfasst: 14. Jul 2017 08:25 

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Heute: RBB, taz und Tagesspiegel:

https://www.rbb-online.de/politik/beitr ... erlin.html
http://www.tagesspiegel.de/berlin/senat ... 53406.html

http://www.taz.de/!5430934/

hier vom RBB:
Teske-Schule in Berlin-Schöneberg - Protest gegen geplante Sonderschule für Flüchtlingskinder

13.07.17 | 17:26 Uhr

In Schöneberg soll eine Bildungseinrichtung für geflüchtete Jugendliche entstehen, die wegen ihrer schlechten Vorbildung nicht den Sprung aus Willkommensklassen in den regulären Unterricht schaffen. Gegen die Pläne gibt es massiven Protest.

In Berlin wird um eine geplante Sonderschule für Flüchtlingskinder gestritten. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will Medienberichten zufolge am Standort der ehemaligen Teske-Schule im Stadtteil Schöneberg eine Bildungseinrichtung eigens für bis zu 220 junge Flüchtlinge im Alter von 15 bis 16 Jahren schaffen, die wegen ihrer schlechten schulischen Ausbildung nicht am regulären Schulunterricht einer 9. oder 10. Jahrgangsstufe teilnehmen können.

Zur Begründung heißt es, die betroffenen Jugendlichen hätten so wenig Bildungserfahrung, dass sie höchstens in eine vierte oder fünfte Regelklasse aufgenommen werden könnten. Es sei aber für die Jugendlichen nicht zumutbar, zusammen mit Zehnjährigen zu lernen. Am Standort Teske-Schule könnten sie hingegen in altershomogenen Gruppen lernen und so bestmöglich auf den Übergang an eine Oberschule oder ein Oberstufenzentrum vorbereitet werden.

Massiver Protest gegen Senatspläne

Dagegen hat sich in den vergangenen Tagen massiver Protest erhoben. In einem am Donnerstag verteilten offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Bildungssenatorin fordern unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin (GEW), der Flüchtlingsrat Berlin und der Landeselternausschuss einen unverzüglichen Stopp des Vorhabens.

Die geflüchteten Schüler würden sozial und räumlich vom Regelbetrieb ausgeschlossen, warnte der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann. Dabei sei der Kontakt zu hier aufgewachsenen Schülern für die soziale und sprachliche Inklusion geflüchteter Schüler von zentraler Bedeutung. "Dieser Kontakt wird mit der geplanten räumlichen Isolation praktisch unmöglich gemacht", kritisierte Erdmann.
"Pädagogisch falsch und integrationsfeindlich"

Mitunterzeichner sind unter anderem das Berliner Netzwerk gegen Diskriminierung in Kita und Schule, der Türkische Bund Berlin-Brandenburg, die stellvertretende Vorsitzende des Landesbeirats für Integration und Migration, das Institut für diskriminierungsfreie Bildung oder die Initiative Schöneberg hilft. Sie fordern die sofortige Integration der jungen Migranten in den Regelschulen und Oberstufenzentren.

Die Initiative „Schöneberg hilft“ kritisierte das Vorhaben als „pädagogisch falsch und integrationsfeindlich“ und sprach in einer Mitteilung von einer „Sonderschule“ für geflüchtete Jugendliche.

Die ehemalige Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule im Tempelhofer Weg war von August 2015 bis Februar 2016 Notunterkunft für Flüchtlinge.


Zuletzt geändert von HenningW am 14. Jul 2017 08:39, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseerklärung zu Senatsüberlegungen: Teske-Schule als Abkehr von Berliner Bildungspolitik?
BeitragVerfasst: 14. Jul 2017 08:29 

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Mitteilung der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg

SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg zur künftigen Nutzung der Teske-Schule

Anlässlich der aktuellen Berichterstattung über die geplante Nutzung der ehemaligen Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule am Tempelhofer Weg als temporäres Bildungszentrum für Geflüchtete erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg, Kevin Kühnert:

„Die jüngsten Meldungen rund um die Pläne der Senatsverwaltung für die ehemalige Teske-Schule haben viele Menschen im Bezirk verunsichert. Wir sind froh, dass sich die meisten Befürchtungen rund um den Standort Tempelhofer Weg nach Rücksprache mit Bildungsstaatssekretär Rackles als unbegründet erwiesen haben. Entgegen anderslautender Berichte soll es dort um ein Bildungszentrum auf Zeit gehen. Die Rede ist von drei bis fünf Jahren. Das ist wichtig, da sich die Bezirksverordnetenversammlung erst jüngst dafür ausgesprochen hat, den Standort perspektivisch wieder ans Schulnetz zu nehmen. Wir sind überzeugt, dass der wachsende Bezirk Tempelhof-Schöneberg auf diese Kapazitäten keineswegs verzichten kann.

Staatssekretär Rackles hat zudem eine Anbindung an die Hugo-Gaudig-Sekundarschule in Tempelhof angekündigt, die beispielsweise im Rahmen gemeinsamer AG-Angebote gelebt werden kann – definitiv aber ohne die Umsiedlung von Schülerinnen und Schülern. Das Bildungszentrum kann auf diesem Wege auch die Musik- und die Volkshochschule oder Sportvereine für die Zusammenarbeit gewinnen, sodass der Standort sich öffnet und nicht abschottet. Ohne diese Mechanismen kann Integration kaum gelingen.“

Orkan Özdemir, Integrationspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg ergänzt:

„Die Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher in unsere Regelschulen steht für uns an erster Stelle. Ich begrüße daher die Ankündigung von Schulstadtrat Oliver Schworck, wonach seinerseits keine Ansiedlung von Willkommensklassen im temporären Bildungszentrum Tempelhofer Weg geplant ist. Die Einrichtung der angekündigten Profilklassen werden wir aufmerksam begleiten und darauf achten, dass alle Zusagen eingehalten werden. Dazu gehören die maximale Öffnung des Standortes und die klare Orientierung auf die Weitervermittlung der Schülerinnen und Schüler an reguläre Bildungseinrichtungen.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseerklärung zu Senatsüberlegungen: Teske-Schule als Abkehr von Berliner Bildungspolitik?
BeitragVerfasst: 14. Jul 2017 08:55 

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Inklusion statt Ausgrenzung! Kein temporäres Bildungszentrum in Tempelhof-Schöneberg!

Sehr geehrter Bürgermeister Müller, sehr geehrte Bildungssenatorin Scheeres,

die Senatsbildungsverwaltung plant, im kommenden Schuljahr bis zu 220 geflüchtete Schüler*innen abseits des Regelbetriebs im Gebäude der ehemaligen Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule (Tempelhof-Schöneberg) zu beschulen. Im Tempelhofer Weg 62 soll ein sogenanntes „temporäres Bildungszentrum“ entstehen.

In „Willkommens-Profil-Klassen“ sollen Schüler*innen, die zwischen 15 und 16 Jahre alt sind und nach Einschätzung ihrer Lehrkräfte die sprachlichen oder fachlichen Anforderungen für den Übergang in den Regelschulbetrieb nicht erfüllen, auf den Übergang in berufsbildende Lehrgänge an den Oberstufenzentren vorbereitet werden.

Als reguläre Schule darf das Gebäude laut Bildungsverwaltung aus bauordnungsrechtlichen Gründen nicht mehr genutzt werden. Wie kann der Schulstandort dann für geflüchtete Schüler*innen geeignet sein?

Für die soziale und sprachliche Inklusion von Schüler*innen, die neu in Berlin sind, ist der Kontakt zu Schüler*innen, die hier aufgewachsen sind, von zentraler Bedeutung. Dieser Kontakt wird mit der geplanten räumlichen Isolation praktisch unmöglich gemacht.

Anstatt die bestehenden Tendenzen zur Ausgrenzung noch zu verstärken, sollte alle Kraft darauf verwendet werden, die Schüler*innen von Beginn an als vollwertige Mitglieder der jeweiligen Schulgemeinschaften zu begreifen!

Wir fordern, dass das Vorhaben, ein separiertes Bildungszentrum in der ehemaligen Teske-Schule einzurichten, sofort gestoppt wird!

Wir fordern stattdessen die sofortige Integration der jungen Migrant*innen an Regelschulen und Oberstufenzentren.

Wir erteilen allen Tendenzen zur Segregation eine klare Absage.

Erstunterzeichner*innen

GEW BERLIN
Flüchtlingsrat Berlin
Landeselternausschuss Berlin
Migrationsrat Berlin & Brandenburg
Berliner Netzwerk gegen Diskriminierung in Schule und Kita
Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg
Nuran Yiğit, Stellvertretende Vorsitzende des Landesbeirats für Integration und Migration
Institut für diskriminierungsfreie Bildung
Antirassistisch-Interkulturelles Informationszentrum ARiC Berlin e.V.
ufuq e.V.
Schöneberg hilft e.V.


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 Betreff des Beitrags: Grüne: Teske-Schule muss so schnell als möglich zur Grundschule werden
BeitragVerfasst: 18. Jul 2017 17:24 

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Grüne: Teske-Schule muss so schnell als möglich zur Grundschule werden

Angesichts wachsender Schülerzahlen müsse das Gebäude der einstigen Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule am Tempelhofer Weg schnellstmöglich zur funktionsfähigen Grundschule umgebaut werden. Die von der Senatsschulverwaltung angestrebte Nutzung als „Bildungszentrum für Geflüchtete“ gefährde die Schulplanung des Bezirks und erweise dazu der Flüchtlingsintegration einen Bärendienst. Diese Auffassung vertreten neben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und dem Verein „Schöneberg hilft“ auch die Fraktion der Bündnisgrünen in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg. Da fordern sie in einem Dringlichkeitsantrag deshalb: Entsprechend der ursprünglichen Beschlusslage der BVV soll das Bezirksamt an der Entwicklung des Standorts als Grundschule festhalten und dazu den Bezirksverordneten ohne Verzögerung ein Raum- und Zeitkonzept vorlegen.

Anlass dieses Dringlichkeitsantrages: Die Senatsschulverwaltung will am Tempelhofer Weg elf Klassen mit insgesamt rund 200 jungen Flüchtlingen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren unterbringen, Jugendliche, die für die üblichen Willkommensklassen zu alt sind, wegen mangelnder Vorbildung aber auch nicht in den regulären Klassen unterrichtet werden können. Dieses Projekt soll nach Senatsangaben zwar auf einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren begrenzt bleiben, wirft nach Einschätzung der Grünen aber trotzdem die Bezirksplanung über den Haufen und sei zudem für die Integration der jungen Flüchtlinge der falsche Weg.

Martina Zander-Rade, die schulpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion: „Der Umbau der Teske-Schule zur vom Bezirk dringend benötigten Grundschule muss Vorrang vor allen anderen Planungen haben. Und für die jungen Flüchtlinge, die nach den Senatsvorstellungen künftig aus ganz Berlin zum Tempelhofer Weg kommen sollen, wäre es besser, wenn es in ihren jeweiligen Bezirken Schulangebote gebe, bei denen sie auch regelmäßigen Kontakt zu Gleichaltrigen ohne Flucht-Hintergrund hätten. Wir wollen, dass sich unser Bezirksamt gegenüber dem Senat dafür stark macht, zusammen mit erfahrenen Trägern der Jugendhilfe, solche regionalen Schulkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.“

Neben dem Dringlichkeitsantrag beschäftigt sich auch eine mündliche Anfrage der grünen Bezirksverordneten Elisabeth Kiderlen mit der Zukunft der Teske-Schule. Daran will sie vom Bezirksamt wissen, was sie von den Senatsplänen hält und wie bei dieser angedachten „räumlich isolierten Sonderschule“ noch Inklusion und Integration gewährleistet sein sollen.

Für Nachfragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Rainer Penk, Fraktionsvorsitzender, Tel.: 0172 394 10 50
Martina Zander-Rade, schulpolitische Sprecherin, Tel.: 0172 314 07 98
Elisabeth Kiderlen, integrationspolitische Sprecherin, Tel.: 0160 9734 1980


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 Betreff des Beitrags: Berliner Zeitung: Teske-Schule in Schöneberg Widerstand gegen angebliche Apartheidschule
BeitragVerfasst: 18. Jul 2017 17:27 

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Beginn des Beitrags:

"Die Bildungsverwaltung plant, in der Teske-Schule in Schöneberg eine Art Sonderschule für junge Flüchtlinge einzurichten. Ursprünglich sollten dort bis zu 220 Flüchtlinge im Alter von 15 und 16 Jahren untergebracht werden, die wegen ihrer geringen Schulbildung nicht am regulären Unterricht teilnehmen können. Mitunter sind sie nur unzureichend alphabetisiert. Es bringe nichts, diese Jugendlichen zum Beispiel gemeinsam mit Zehnjährigen zu unterrichten, hieß es in der Bildungsverwaltung. ..."

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/27974350


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 Betreff des Beitrags: aus Welt /N24: Willkommensklassen
BeitragVerfasst: 20. Jul 2017 17:23 

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https://www.welt.de/politik/deutschland ... assen.html

Deutschland Schulen vor dem Kollaps Lehrer verzweifeln an Flüchtlings-Willkommensklassen
Von Anna Kröning | Stand: 09:25 Uhr | Lesedauer: 7 Minuten

Ein Jahr haben Flüchtlingskinder Zeit, um fit für den deutschen Unterricht zu werden. Doch wie bringt man Jugendliche, die nicht mal Englisch sprechen, zu einem Schulabschluss? Die Lehrer sind überfordert.

Die Lehrerin steht vor neun Jugendlichen, die sie nicht verstehen. Sie erhebt die Stimme, um zu erklären, dass der Unterricht beginnen soll. Die Schüler sprechen lauter, bis der Raum irgendwann von einem ohrenbetäubenden Gebrüll erfüllt ist. In ihren Herkunftsländern war es nicht üblich, mit dem Lehrer zu sprechen. Der Umgang war ein anderer. Wenn sie Fehler machten oder ohne Hausaufgaben zur Schule kamen, gab es Schläge.

In der Willkommensklasse der Gesamtschule in Berlin-Kreuzberg bleibt zur Kommunikation am Ende oft nur die Körpersprache. Auch untereinander verstehen sich die Schüler nicht, darum verständigen sie sich mit Händen und Füßen und manchmal auch mit Fäusten.

16-jährige pubertierende Analphabeten aus dem Irak und Afghanistan sitzen neben zwölfjährigen Mädchen aus bürgerlichen syrischen Familien, die fließend Englisch sprechen. Sie gehen alle in eine Klasse, um die deutsche Sprache zu lernen.

Was habe ich am Wochenende gemacht? Was ist deine Heimatstadt? Wie alt bist du?

Melanie L. (Name ist der Redaktion bekannt) ist eine von 1000 Lehrerinnen und Lehrern in Berlin, die eingestellt wurden, um jugendliche Flüchtlinge in Willkommensklassen zu unterrichten. Melanie L. hat Politikwissenschaften und Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Sie hält es inzwischen für nahezu unmöglich, Schüler mit verschiedenem Bildungsstand zusammen zu unterrichten und in den Regelunterricht zu bringen: „Die Lehrer müssen sich zerreißen“, sagt sie.

Sie fühlt sich alleingelassen. Weder Sozialpädagogen noch Sonderpädagogen oder ein Übersetzer unterstützen die Lehrerin bei der Arbeit mit den Schülern, dafür ist kein Geld da. Ihr befristeter Vertrag endet in diesem Schuljahr, und sie ist darüber nicht ganz unglücklich.

Noch nicht mal zwei Jahre, nachdem die ersten Willkommensklassen in Deutschland für bis zu 300.000 Flüchtlingskinder eingerichtet wurden, stehen die Schulen vor den nächsten Problemen.

Die Lehrer sind überfordert, klagen über fehlende Konzepte. Sie fühlen sich von Schulleitung und Politik alleingelassen. Häufig werden Seiteneinsteiger in den Willkommensklassen eingesetzt, die eine Ausbildung in „Deutsch als Zweitsprache“ haben und den Unterricht selbst gestalten müssen.

Wie sollen die Schüler nach kurzer Zeit den Übergang in Regelklassen schaffen? Beim Deutschen Philologenverband häufen sich die Beschwerden. Der Verband beklagt gravierende Probleme bei der Integration und fordert mehr staatliche Unterstützung.

Es gebe im Gegensatz zu anderen Schulfächern keinen gesonderten Lehrplan und die Schulen blieben mit der Aufgabe auf sich selbst gestellt, sagt Guido Siegel von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Die Übergänge sind einfach eine große Schwierigkeit, wenn dort erwartet wird, dass die Schüler ohne besondere Förderung weiterkommen“, sagt Siegel, der selbst eine Willkommensklasse unterrichtet.

Nicht nur jedes Bundesland, sondern auch jede Schule sucht nach eigenen Wegen, um die Schüler aus Flüchtlingsfamilien in den Fachunterricht zu bringen.
Möglichst schnell in den Unterricht

In Berlin gibt es rund 1100 dieser Vorbereitungsklassen. Mehr als 12.000 Kinder in Gruppen von zwölf Schülern lernen dort Deutsch. Der Berliner Bildungssenat gibt vor, dass die Schüler nach einem Jahr in reguläre Schulklassen wechseln, es sei denn, eine Verlängerung wird gesondert beantragt.

Derzeit schaffen tatsächlich 60 Prozent der Kinder im Grundschulalter schon nach weniger als sechs Monaten den Übergang in die Regelklassen. Doch ob sie im Unterricht dann auch mithalten können, wurde nicht untersucht.

Genauso wenig, wie es bei den älteren Schülern aussieht. An ein Gymnasium schaffen es Lehrerverbänden zufolge nur die wenigsten, auch eine Sekundarschule ist schon schwer zu erreichen.

Die Willkommensklassen werden zunehmend zu Sackgassen, ohne dass das Ziel des Mittleren Schulabschlusses (MSA) erreicht wird: „Einen MSA auf Deutsch zu schaffen ist ein weiter Weg. Ich weiß nicht, ob ich das in einer Fremdsprache schaffen würde“, sagt Siegel.

Viele Lehrer sind engagiert, aber sie stoßen an ihre Grenzen, da ihre Schulleiter den Sprachunterricht als zeitlich begrenzte Aufgabe verstehen. „Sprachförderung im Fachunterricht ist viel Arbeit. Die Lehrkräfte brauchen dafür einfach zusätzliche Kompetenzen“, sagt er.
Kriegserfahrungen und Flucht

An einem schulischen Weiterkommen hindert viele Schüler aber nicht nur die fremde Sprache, sondern auch die eigene Vorgeschichte. Viele sind im Krieg aufgewachsen oder haben ihre Familie verloren, einige kommen schwer traumatisiert in die Schule. Um die Erfahrungen von Gewalt und Flucht aufzufangen, benötigen sie Hilfe von Sozial- oder Sonderpädagogen. Eine unbekannte Zahl von Schülern gehört zu dieser Gruppe.

Doch die gibt es nicht an allen Schulen, und die Vorschriften sind eng bemessen. Um einen besonderen Förderbedarf feststellen zu können, muss der Schüler erst mal ein Jahr zur Schule gehen.
Mega-Willkommensklassen im Gewerbegebiet

Weil die Schulen mit der Situation nicht allein zurechtkommen, will das Land Berlin nun an einigen Stellen nachbessern. Zum besseren Übergang sollen nun vierstündige wöchentliche Brückenkurse die Schüler auf den Regelunterricht vorbereiten und Lehrer in speziellen Fortbildungen voneinander lernen. Das größte Projekt allerdings ist ein sogenanntes Bildungszentrum in einem stillgelegten Schulgebäude in Berlin-Schöneberg. Dort soll noch in diesem Schuljahr eine „Willkommensschule“ eröffnen.

In 20-köpfigen Klassen werden dort 15- bis 16-jährige Schüler unterrichtet, die auf dem Bildungsstand von Viertklässlern sind und nicht mit Zehnjährigen in den Unterricht gehen können. Erklärtes Ziel von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ist es, sie auf berufsbildende Lehrgänge an den Oberstufenzentren vorzubereiten.

Gegner von GEW bis zum Flüchtlingsrat sprechen bereits von „absoluter Segregation“. Gerade die Schüler, die am dringendsten pädagogische und psychologische Hilfe benötigen, würden dorthin abgeschoben.

Ob frühes gemeinsames Lernen von Flüchtlingen mit deutschen Schülern grundsätzlich besser funktioniert als separater Unterricht, darüber streiten sich Experten. Eine Studie der Berliner Humboldt-Universität ergab, dass separate Willkommensklassen ungeeignet sind. Diese seien kurzsichtig organisiert und brächten eine ganze Reihen von Problemen, lautet das Fazit des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM).

Die wenigen Grundschulen, die Flüchtlingskinder direkt in normale Klassen eingliedern und ihnen zusätzlichen Deutschunterricht bieten, hätten deutlich weniger Probleme. Allerdings wurden für die Studie nur Grundschulen untersucht.
Alle lernen irgendwann gemeinsam

Einen solchen Weg mit älteren Schülern geht die Johanna-Eck-Sekundarschule im Berliner Stadtteil Tempelhof-Schöneberg. Das Schulkonzept ist so erfolgreich, dass sich inzwischen auch andere Schulen daran orientieren.

In der ersten Etage des Altbaus liegt das Büro von Silke Donath. Die stellvertretende Schulleiterin arbeitet seit 24 Jahren als Lehrerin, vor vier Jahren übernahm sie den Posten an der Johanna-Eck-Schule. Von ihrem Fenster aus hat sie den Pausenhof im Blick.

Mehrere Mädchen sitzen auf einer Bank, einige tragen Kopftücher. Sie lachen und blicken hinüber zu einer Gruppe Jungen, die etwas abseits am Schulgebäude steht. Als es klingelt, stehen sie auf und verschwinden in der Tür. Der Unterricht geht weiter.

450 Schüler aus 34 Ländern gehen hier zur Schule, etwa ein Viertel der Jugendlichen sind Zuwanderer. Viele kommen aus Syrien und Afghanistan. Von Willkommensklassen spricht hier niemand. Jeder Schüler sei hier willkommen, ob er in Mariendorf oder Syrien geboren sei, sagt Donath. Das ist keine Worthülse, sondern Teil des Bildungskonzepts der Schule.
Viele sind hoch motiviert

Hier will man die Flüchtlingsschüler wie jeden anderen Schüler bis zum Abschluss bringen. Das Konzept sieht dafür bestimmte Stufen vor. Es beginnt mit intensivem Sprachunterricht parallel zur siebten Klasse. Auch Deutsch, Mathematik, Geografie, Sport und Kunstunterricht werden schon auf Deutsch unterrichtet. Über ein bis zwei Jahre wächst der Anteil an Fachunterricht. Fächer wie Physik, Chemie oder Englisch kommen dazu, bis die Schüler dann in der neunten Klasse regulär unterrichtet werden können.

Dass einige schon 17 oder 18 Jahre alt sind, ist kein Nachteil. Sie seien sogar häufig besonders motiviert, ziehen andere mit, beobachtet Donath. Ziel ist, dass die Schüler einen berufsbildenden Abschluss schaffen; einige bekommen einen Mittleren Schulabschluss oder sogar eine Empfehlung für das Gymnasium. „Das sind vier Jahre harte Arbeit“, sagt Donath.

Auch für die Lehrer. Wer eine Sprachlernklasse übernimmt, bleibt auch für die nächsten Jahre der Klassenlehrer. An der Johanna-Eck-Schule unterrichten die Sprachlernschüler nur erfahrene Kräfte mit Zusatzausbildung. Aus einem einfachen Grund, erklärt Donath: „Da müssen einfach die besten Leute hin.“


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 Betreff des Beitrags: aus der taz
BeitragVerfasst: 20. Jul 2017 17:26 

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Grünen-Antrag zur Teske-Schule
Protest gegen Flüchtlingsklassen

Die Grünen-Fraktion Tempelhof-Schöneberg wendet sich mit einem Dringlichkeitsantrag gegen „Bündelung“ von jugendlichen Flüchtlingen in Schöneberg.

Der Protest gegen die geplanten Flüchtlingsklassen in der ehemaligen Teske-Schule in Schöneberg hält an. Die Grünen-Fraktion Tempelhof-Schöneberg will am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung einen Dringlichkeitsantrag einreichen.

Darin fordern die Grünen den Bezirk auf, sich bei der Senatsbildungsverwaltung dafür einzusetzen, „dass mit sofortiger Wirkung von den Plänen Abstand genommen wird“, zum kommenden Schuljahr in der Teske-Schule Lerngruppen einzurichten, in denen ausschließlich jugendliche Flüchtlinge mit geringer Schulbildung unterrichtet werden sollen. Stattdessen fordern die Grünen, die stillgelegte Schule am Tempelhofer Weg zu einer „dringend benötigten“ Grundschule umzubauen.

Vergangene Woche war eine interne Mail der Bildungsverwaltung öffentlich geworden. Darin wurden alle Berliner Schulen mit Willkommensklassen aufgefordert, Jugendliche zu melden, die kaum Fortschritte machen. Sie sollen in der Teske-Schule in „Profilklassen“ in Mathe, Deutsch und Englisch gefördert werden. Außerdem sollen sie in Kooperation mit beruflichen Oberschulen durch „intensive Berufsorientierung weitere Anschlussperspektiven“ bekommen.

Die Pläne stießen auf Gegenwehr: Ein Bündnis aus der Gewerkschaft GEW, dem Berliner Flüchtlingsrat und anderen Ini­tiativen kritisierten in einer Onlinepetition die „räumliche Isolation“ der Jugendlichen. Zudem könne die Zentralisierung an einem Ort weite Pendelwege bedeuten.
Filiale der Hugo-Gaudig-Schule

Die Bildungsverwaltung kündigte daraufhin an, das Konzept für das geplante „Bildungszentrum“ – eine Musikschule und die Volkshochschule nutzen dort bereits Räume – nochmal zu „überdenken“.

Nun ist klar: Die vier bis fünf Lerngruppen mit maximal 20 Flüchtlingen in der Teske-Schule sind als Filiale der nahe gelegenen Hugo-Gaudig-Schule geplant. Allerdings sollen sich die Schüler der beiden Standorte nicht im regulären Unterricht, sondern höchstens bei Nachmittags-AGs begegnen. Die Petitionsverfasser halten ihre Kritik deshalb aufrecht: „Diese zentrale Lösung ist Unsinn“, sagt Hans-Jürgen Kuhn von „Schöneberg hilft“. Die Jugendlichen bräuchten wohnortnahe Angebote. „Es sollen jetzt maximal 100 Jugendliche kommen – da kann ich kaum glauben, dass man für diese Zahl keine Lösung in den Schulen findet.“

Derweil scheint es beim Grünen-Antrag gar nicht allzu große Differenzen zu den Senatsplänen zu geben: Der Standort ist schon seit Längerem „in drei bis fünf Jahren“ als Grundschulstandort vorgesehen, das Bildungszentrum sei nur temporär, heißt es aus Scheeres’ Verwaltung. Dieser Ansage mögen die Grünen allerdings nicht trauen: „Umbaupläne und Nutzungskonzepte sind mit den dafür vorgesehenen bezirklichen Gremien rechtzeitig zu diskutieren und der Zeitplan darzustellen“, heißt es im Dringlichkeitsantrag.

Ein alternatives Zwischennutzungskonzept zu dem der Bildungsverwaltung hat die Grünen-Fraktion im Bezirk indes bisher nicht.


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