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 Betreff des Beitrags: Presseerklärung zum Start von Profil-Willkommensklassen in der ehemaligen Teske-Schule
BeitragVerfasst: 4. Okt 2017 13:21 

Registriert: 06.2016
Beiträge: 105
Geschlecht: nicht angegeben
2.10.2017
Presseerklärung zum Start von Profil-Willkommensklassen in der
ehemaligen Teske-Schule

Ungeachtet der heftigen Kritik, die vor den Sommerferien von zahlreichen Initiativen, der
GEW, dem Flüchtlingsrat, dem Landeselternausschuss und Einzelpersonen am Vorhaben
der Senatsbildungsverwaltung geäußert wurde, wird am 4. Oktober mit ca. 45 - 50 Jugendlichen
aus ganz Berlin der Unterrichtsbertrieb in den Profil-Willkommensklassen begonnen
werden.
Auch der Dringlichkeitsbeschluss der BVV Schöneberg-Tempelhof vom 19.7.2017, in dem
das Bezirksamt aufgefordert wurde, den Planungen des Senats eine Absage zu erteilen, hat
daran nichts ändern können.
Wir drücken hiermit unsere große Enttäuschung darüber aus, das die Verantwortlichen anscheinend
unbeeindruckt von den gravierenden Bedenken, die diesem exklusiven Schulangebot
gegenüber gebracht wurden, keinen erkennbaren Versuch unternommen haben dezentrale
Lösungen in den jeweiligen Bezirken zu suchen.
Alle auf Nachfrage inzwischen bekanntgegebenen Informationen zum Projektstand machen
deutlich, das nach wie vor argumentiert wird, die beteiligten Jugendlichen würden durch noch
zu entwickelnde Angebote am Standort Teske-Schule doch integriert werden.
Angesichts der zahlreichen Unklarheiten bezüglich der konkreten Maßnahmen zur Integration
kritisieren wir das Festhalten der Schulbehörden an der landesweiten Bündelung dieser
Jugendlichen am Standort Teske-Schule. Nach wie vor sprechen alle bisherigen Erfahrungen
mit Bildungsangeboten für geflüchtete Kinder und Jugendliche dafür, das Spracherwerb
und Anschlussfähigkeit an weiterführende Bildungsangebote vor allem dann gelingen,
wenn sie in ein deutschsprachiges Umfeld eingebettet sind und neben den individuellen
unterrichtlichen Angeboten zahlreiche Sprech- und Lernanlässe mit deutschsprachigen
Jugendlichen wohnortnah ermöglicht werden.
Dies ist mit der jetzt vorgenommenen landesweiten Bündelung besonders förderbedürftiger
Jugendlichen nicht umsetzbar!

Forderungen:
1. Die Schulaufsicht wird aufgefordert, unverzüglich durch das Angebot von Informationsund
Diskussionsveranstaltungen die konkrete Gestaltung der Bildungsangebote für diese
Jugendlichen der interessierten Öffentlichkeit transparent darzustellen z.B.:
- In welchem zeitlichen Umfang werden die Jugendlichen in den Unterrichtsbetrieb der
Hugo-Gaudig-ISS integriert?
- Welches Curriculum wird dem Unterricht in den Klassen zugrunde gelegt?
- Welche Maßnahmen zur Verzahnung des Unterrichts mit Formen des Projektlernens
sind geplant? Wie sehen die angedachten Verknüpfungen mit den Angeboten der
VHS und der Musikschule konkret aus?

2. Wir erwarten eine neue Transparenz im Umgang mit kritischen Anfragen zum Projekt
z.B. durch Offenlegung der Information, aus welchen Bezirken die Jugendlichen
kommen, wie viele unbegleitete Jugendliche in den Klassen sind, welche Ethnien in den
Klassen vertreten sind, welchen aufenthaltsrechtlichen Status die Betroffenen haben
usw.

3. Die Schulbehörden werden aufgefordert, die Klassenfrequenzen auf maximal 10-12
Schüler zu begrenzen und nach dem Erreichen dieser Obergrenze keine weiteren Jugendlichen
aufzunehmen. Zugleich muss es Ziel sein, so schnell wie möglich eine Anschlussfähigkeit
an reguläre Bildungs- und Arbeitsangebote herzustellen und die jetzt
begonnenen Angebote auf maximal ein Schuljahr zu begrenzen.

4. Um eine faktenbasierte Diskussion über den päd. Erfolg der begonnenen Maßnahme zu
sichern, wird eine systematische Evaluation der Lernerfolge erwartet, die auf einer
umfassenden Lernausgangslage beruhen muss.

Begründung
Nach wie vor ist unstrittig, dass die in der Teske-Schule untergebrachten Jugendlichen eine
besondere pädagogische Herausforderung darstellen. Niemand vertritt daher die Position,
diese Jugendlichen unerkannt in Willkommensklassen zu belassen, in denen sie nicht die
erforderliche Förderung erhalten.
Nach wie vor gilt aber auch, dass nicht jede Idee es wert ist mal ausprobiert zu werden. Allein
mit der Hoffnung auf noch zu entwickelnde Konzepte zu argumentieren ist zu wenig. Das
Ziel muss nach wie vor darin bestehen, Maßnahmen wie die jetzt begonnenen schnellstmöglich
durch bessere Alternativen zu beenden. Diese zu entwickeln ist auch die Aufgabe der
bezirklichen Koordinierungsstellen und der Senatsschulverwaltung.


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 Betreff des Beitrags: Tagesspiegel von heute: Koalition geht auf Distanz zur „Flüchtlingsschule“
BeitragVerfasst: 13. Okt 2017 15:16 

Registriert: 06.2016
Beiträge: 105
Geschlecht: nicht angegeben
Schulpolitik in Berlin Koalition geht auf Distanz zur „Flüchtlingsschule“

Zusätzliche Millionen für mehr Personal und mehr Sozialarbeit. Besonders für schwierige Schüler sollen so Perspektiven geschaffen werden. von Susanne Vieth-Entus

Schüler ohne Abschluss – Flüchtlinge ohne Perspektive: Diese zwei Problemfelder will die Koalition durch neue Schwerpunktsetzungen angehen und im Doppelhaushalt 2018/19 mit Ausgaben von rund vier Millionen Euro zusätzlich ausstatten, wie die bildungspolitische SPD- Sprecherin Maja Lasic am Mittwoch auf Anfrage mitteilte.

Demnach geht es um drei verschiedene Bereiche, die gestärkt werden – und in denen die rot-rot-grünen Bildungspolitiker zum Teil andere Wege gehen als Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Besonders deutlich wird dies beim Schwerpunkt „junge Geflüchtete“: Es sollen 16 dezentrale Lerngruppen gebildet werden, in denen vor allem besonders förderbedürftige Schüler individuell begleitet und praxisnah beschult werden sollen, damit auch sie den Übergang in Ausbildung oder Beruf schaffen.

„So wollen wir die Beschulung der Geflüchteten in der Teske-Schule überflüssig machen“, betonen die Bildungspolitiker, die sich so ausdrücklich von der zentralen Beschulung, wie sie durch die Bildungsverwaltung in der ehemaligen Teske-Schule passiert, distanzieren.
Das Ziel: 80 Prozent

Der zweite Schwerpunkt liegt auf einer Stärkung der Schulsozialarbeit: Von den zusätzlichen 1,2 Millionen Euro sollen bis zu 20 Schulen profitieren – mutmaßlich Schulen in schwieriger sozialer Lage gehen.

Dies gilt auch für den dritten Schwerpunkt, die Stärkung von abschlussgefährdeten Jugendlichen: Ihnen sollen junge Universitätsabsolventen an die Seite gestellt werden, um einen Abschluss und den Übergang in die Ausbildung zu schaffen.

Erklärtes Ziel ist es, dass für „mindestens 80 Prozent der Klasse“ eine Anschlussperspektive gefunden wird – ein anspruchsvolles Ziel, angesichts der Tatsache, dass es Schulen gibt, an denen nur fünf oder zehn Prozent der Zehntklässler den Weg in eine duale Ausbildung finden. Konkret geplant ist, dass die Bildungsinitiative „Teach first“ jeweils zwei Mitarbeiter in 20 Schulen schickt.

Das Motto: "Teach first"

„Teach first“ bietet Schulen schon seit 2009 Unterstützung an. Zu diesem ersten Jahrgang gehörte auch Maja Lasic, die damals als promovierte Biochemikerin an einer Brennpunktschule für „Teach first“ tätig war und selbst erlebt hat, was dieser Ansatz bewirken kann. Allerdings hat die Bildungsverwaltung bislang kaum Gebrauch von „Teach first“ gemacht.

Neben diesen Schwerpunkten haben die Koalitionäre zusätzliche Gelder für weitere Projekte durch Umschichtungen im Haushalt festgelegt. Gefördert werden sollen demnach die unabhängigen Ombudsstelle Jugendhilfe, die Fachstelle für Queere Bildung, die Demokratiebildung von Schülern, die Anleitung von Quereinsteigern im Erzieherberuf an Schulen sowie der Ausbau des Jugendkulturservice.

Das Gesamtpaket soll an diesem Donnerstag im Bildungsausschuss beschlossen werden. Der umgeschichtete Millionenbetrag kommt unter anderem aus dem Budget für die Sanierung von Berufsschulen, weil diese Mittel absehbar sowieso nicht 2018/19 verbaut werden könnten, heißt es zur Begründung.

Quelle: Tagesspiegel
http://www.tagesspiegel.de/berlin/schul ... 44358.html


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